logo

Weser-Kurier 25.03.2017

Ticket zum Bundesfinale gesichert

Beckedorferin Luisa Ibanez trotzt Trainingsrückstand und holt die Silbermedaille
 

Beckedorf. Jubel herrschte im Team des SV Grün-Weiß Beckedorf, als bei den Landesmeisterschaften in der Rhythmischen Sportgymnastik feststand, dass sich Luisa Ibanez eines der drei Tickets zum Bundesfinale der besten Schülerinnen gesichert hatte.


Die Beckedorferin Spitzengymnastin Luisa Ibanez war im Vorfeld der Titelkämpfe krank, doch steckte sie den Trainingsrückstand gekonnt weg. (Hans-Henning Hasselberg)

Beckedorfs Spitzengymnastin war im Vorfeld der Titelkämpfe krank, doch ließ sie sich den daraus resultierenden Trainingsrückstand auf der Wettkampffläche in Göttingen nicht anmerken. Zur Belohnung gab es eine Silbermedaille und eine Fahrkarte nach Biberach. Über Bronze freute Marlicia Freundt vom TV Schwanewede, die in der Jugend-Wettkampfklasse überraschend auf Rang drei gelandet war.

Zwei weitere Medaillen ergatterten die Jüngsten der Osterholzer Gymnastinnen: In der mit fünf Mädchen besetzten Kinderleistungsklasse 9 erkämpften sich die Beckedorferinnen Thea Zidlicky (21,20 Punkte) und Lera Litau (20,30) Plätze auf dem Siegerpodest. „Dieses Mal konnte sich Thea im vereinsinternen Duell behaupten und die Bezirksmeisterin auf den Bronzerang verdrängen. Beide haben sich in dieser Saison hervorragend entwickelt und ihr Optimum abgerufen“, berichtete die SVB-Trainerin Alexandra Mesic. Insgesamt war das Beckedorfer Trainerinnenteam vollauf zufrieden mit den Auftritten seiner Mädchen: „Das war seit Jahren die konstanteste Leistung, die die Beckedorferinnen bei einer Landesmeisterschaft gezeigt haben“, fand Tanja Mollenhauer.

Das größte Starterinnenfeld war für die Schülerwettkampfklasse gemeldet. 21 Sportlerinnen stellten sich im Dreikampf dem Vergleich. Dort wollten die Gymnastinnen aus den drei Vereinen des Turnkreises Osterholz mit der leistungsstarken Konkurrenz des TK Hannover mithalten. Hervorragend gelang das der Beckedorferin Luisa Ibanez, die mit einem Mehrkampfergebnis von 29,90 Punkten nur der ein Jahr älteren Barbara Kudravzev (TK Hannover) den Vortritt lassen musste.

„Luisa hat wirklich tolle Übungen gezeigt. Die Unsicherheiten, die bei den Bezirksmeisterschaften noch vorhanden waren, waren komplett abgestellt. Dabei überzeugte sie besonders mit ihrer Ballübung und erturnte sich mit diesem Gerät die höchste Note aller Starterinnen“, berichtete ihre Trainerin Tanja Mollenhauer stolz. Der Kampf um die wenigen Startplätze für das Bundesfinale der zehn- und elfjährigen Mädchen am 13. und 14. Mai gestaltete sich besonders spannend, weil sich die Besten dieser Jahrgänge bis zum Schluss ein Kopf-an-Kopf-Rennen geboten hatten.

Ein großes Lob sprach die Trainerin der Jüngsten in dieser Altersklasse, Felicitas Mesic, die Rang sechs (25,85) erreicht hatte, aus. Sie habe trotz einer Zehverletzung mit einem konstant durchgeturnten Dreikampf und Freude auf der Wettkampffläche überzeugt. Anerkennung gab es außerdem für Friederike Themsen: „Friederike trainiert erst seit Januar im Auswahlkader bei mir und musste seitdem drei neue wesentlich komplexere Kürübungen einstudieren. Mit Platz acht bei ihrem ersten Start bei Landesmeisterschaften hat sie unsere Erwartungen an sie voll bestätigt“, begeisterte sich die Trainerin. Die Beckedorfer Debütantin erreichte wie Sofie Scholten vom TV Schwanewede 24,05 Punkte. Mit dabei waren in dieser Altersklasse ferner Dana Czalnik (SG Platjenwerbe), Lika Litau (Beckedorf) und Merle Freundt (Schwanewede), die die Plätze 12, 13 und 15 belegten.

Ein überzeugender Auftritt ohne Geräteverluste, der mit 27,05 Zählern und Rang drei belohnt wurde, glückte der Schwanewederin Marlicia Freundt in der Jugendwettkampfklasse. „Sie zeigte unter anderem zwei ganz neue Übungen mit neuen Schwierigkeiten“, verriet TVS-Trainerin Annika Haaslop.

Nicht optimal lief es für die beiden weiteren Starterinnen des TV Schwanewede: „Gina Kirschnick und Lisa Wigard ließen sich durch ihre Nervosität leicht verunsichern und landeten nach teilweise größeren Verlusten auf den Plätzen 12 und 13“, berichtete die Trainerin. Alle drei können sich aber beim Deutschen Turnfest in Berlin im Pokal-Wettbewerb erneut beweisen. In der gleichen Altersklassen sprang für die beste SGP-Gymnastinnen, Leandra Ahlers, mit 25,00 Punkten Platz fünf heraus. Zehnte wurde ihre Teamkameradin Laura Harders.

„Luisa hat wirklich tolle Übungen gezeigt.“ Tanja Mollenhauer, Trainerin

 

Weser-Kurier 08.04.2017

Beckedorfs „Küken“ überraschen

RSG-Gruppe bejubelt den Landesmeistertitel in der Kinder-Leistungsklasse 8
 
 

Siegten in der Kinderleistungsklasse bis acht Jahren (von links) hinten: Lotta Bomber, Delia Weisbrot, Olivia Wojewski, vorne: Daria Merkel und Berenike Mesic (SV Grün-Weiß Beckedorf). (FREI, RSG Beckedorf)

„Statt sich dadurch nervös machen zu lassen, anfangen zu müssen, schritten die sechs und sieben Jahre alten Mädchen selbstbewusst zur Tat“, freute sich SVB-Abteilungsleiterin Alexandra Mesic. Gleichmäßig und für das Alter erstaunlich konzentriert arbeiteten sie sich durch ihr eineinhalbminütiges Programm und hinterließen zufriedene Wertungsrichter. Mit einer Note von 11,95 Punkten hielten sie die Konkurrenz von Beginn an auf Abstand und knüpften im zweiten Durchgang an das gute Ergebnis an.

Am Ende betrug der Vorsprung auf das zweitplatzierte Team des Gastgebers mehr als 3,5 Zähler. „Aus dem Training bin ich durchaus gute Leistungen von den fleißigen Mädchen gewohnt. Aber heute haben sie mich einmal mehr überrascht“, resümiere Beckedorfs Trainerin Natalie Prütz. Es sei der krönende Abschluss der Saison gewesen, die in dieser Altersklasse mit der Landesmeisterschaft endet. Zum siegreichen Team gehörten Lotta Bomber, Delia Weisbrot, Olivia Wojewski, Daria Merkel und ­Berenike Mesic. Auf Rang vier folgte der TV Schwanewede. Auch in der Kinderleistungsklasse der Acht- bis Zehnjährigen lief es für die Beckedorfer Formation von Melissa Prütz gut an.

Die Gruppe vermochte ihre Trainingsleistungen sogar zu übertreffen und präsen­tierte sich mit drei Bällen gleich zweimal ohne ­Geräteverlust. Die Bronzemedaille war der verdiente Lohn. „Da hat sich das intensi­vierte Training der vergangenen Wochen wirklich ausgezahlt“, freute sich Melissa Prütz. Der TV Schwanewede belegte mit seinen Teams die Positionen vier und sieben.

Einen erwartet schweren Stand hatte ­Beckedorf in der Schüler-Wettkampfklasse. „Unseren Mädchen war im ersten Durchgang die Unsicherheit richtig anzusehen. Daraus resultierten Fehler. So blieben sie weit hinter ihren Möglichkeiten zurück“, berichtete Alexandra Mesic. Im zweiten Versuch sei es zwar besser gelaufen. Aber ein großer Verlust durch das Verlassen der Wettkampffläche habe sich in der Endnote deutlich bemerkbar gemacht, so Mesic. So sprang hinter Hannover und Braunschweig der ­dritte Rang heraus. Alle drei Gruppen werden für den Niedersächsischen Turnerbund beim Bundesfinale in Bremen Ende Mai antreten. „Wir werden die Zeit bis dahin nutzen, um vor allem an der Sicherheit der Mädchen zu arbeiten“, betonte Alexandra ­Mesic.

In der Junioren-Wettkampfklasse sorgte der TV Schwanewede mit den Keulen für Aufsehen. „Nach guten Ergebnissen der jüngsten Trainingseinheiten hatten wir mit dem Bronzeplatz geliebäugelt. Die Silbermedaille hat unsere Erwartungen übertroffen“, frohlockte TVS-Coach Annika Haaslop. Das trainingsfleißige Team wolle sich nun gewissenhaft auf das Turnfest Anfang Juni in Berlin vorbereiten. Gleiches gilt für die SG Platjenwerbe, die sich auf Platz vier wiederfand. Die junge SGP-Formation war mit neuer Choreographie das erste Mal in dieser Altersklasse vertreten.

„Mit einer temporeichen, komplexen und sehr schwierigen Übung ging das Team in den Wettkampf und hinterließ zunächst einen sehr guten Eindruck“, so SG-Trainerin Annika Tietjen. Nach Platz drei im ersten Durchgang fielen allerdings zu viele Keulen. Auch ein Verlassen der Wettkampffläche war zu beklagen. „Nach diesem kleinen Dämpfer will das Team aber motiviert weiterarbeiten, um bis Berlin eine stabile Version ihrer Übung auf die Fläche bringen zu können“, sagte Tietjen.

Die Platjenwerber RSG-Abteilung befindet sich im 17. Jahr in einer Phase des Umbruchs. „Nachdem im vergangenen Jahr einige Kampfrichterinnen ihre Laufbahn beendet hatten, konnten die Lücken noch nicht wieder gefüllt werden“ (Tietjen). In Kombination mit einer neuen niedersächsischen Regelung habe dies dazu geführt, dass die an Mitgliedern reiche Abteilung nur mit einem Team in Braunschweig startete. Beim deutschen Turnfest wird die SG Platjen­werbe aber wieder in allen ausgeschriebenen Wettkampfklassen vertreten sein.

In der Freien Wettkampfklasse war das größte Starterfeld gemeldet. Hier verpasste Beckedorf I als Vierter knapp das Siegertreppchen. „Mit ihrer Gute-Laune-Musik und der positiven Ausstrahlung gehörte die Gruppe an diesem Tag zwar zu den Publikumslieblingen, erlaubte sich aber zu viele unnötige kleine Fehler“ (Alexandra Mesic). Die Gruppen Beckedorf II sowie Schwanewede I und II beanspruchten die Ränge sechs, sieben und acht. „Als Bezirksfachwartin bin ich zufrieden mit dem Abschneiden unserer Teams. Die Gruppen des Turnbezirks haben gezeigt, dass sie die Konkurrenz aus den anderen Bezirken nicht ­scheuen müssen“, bilanzierte Alexandra Mesic.

„Die Silbermedaille hat unsere Erwartungen übertroffen.“ Annika Haaslop, TVS-Coach